BKA: Vorsicht vor Jobangeboten als sogenannte Warenagenten

Wie das Bundeskriminalamt mitteilte, haben die mit hohen Verdienstmöglichkeiten beworbenen Tätigkeiten vor allem zum Inhalt, Pakete für Dritte anzunehmen und diese lediglich weiterzuleiten. Zum Teil übersenden die Anbieter bei Kontaktaufnahme auch Arbeitsverträge, stellen Provisionen sowie Kostenerstattungen für Fahrtkosten in Aussicht.
Tatsächlich ist dies jedoch eine Handlung am Ende einer betrügerischen Verwertungskette. Es handelt sich nämlich bei den Paketen um – vorwiegend hochpreisige – Waren, die die Hintermänner dieser Masche über Online-Auktionen ersteigert haben und vorab in Empfang nehmen. Nach Mitteilung des Bundeskriminalamtes werden die Waren mit Geldern bezahlt, die illegal von Online-Bankkonten Dritter abgephisht wurden. Trifft die Ware von den Lieferanten ein, so haben die „Warenagenten“ die Aufgabe, die Waren an eine vorgegebene Adresse oder eine Packstation der Deutschen Post AG weiterzuleiten. Auf diese Art und Weise ist es den Tätern möglich, die Spur des Warenversandes weitgehend zu verwischen und somit anonym zu bleiben.

Ähnlichkeit hat diese Masche mit der Praxis von Online-Betrügern, Gelder über sogenannte „Finanzagenten“ per Western Union oder MoneyGram ins Ausland zu transferieren, wo es anonym abgehoben werden kann. Auch hier wurde das zu transferierende Geld zuvor auf betrügerische Art und Weise erlangt.

Quelle:
Pressemitteilung BKA


AG Giessen: Finanzagentin zu 5.400 EUR Geldstrafe verurteilt

Sie hatte auf ein per E-Mail zugesandtes „Jobangebot“ hin für eine angebliche Firma rund 16.000 EUR über ihr Konto in die Ukraine transferiert und hatte hierfür eine Provision kassiert. Die nach eigenen Angaben selbst in finanziellen Schwierigkeiten steckende Frau beteuerte dem Gericht gegenüber, nicht gewusst zu haben, dass sie sich strafbar machen könnte. Das Gericht hielt ihr jedoch vor, sie hätte Verdacht schöpfen müssen, weil die E-Mail in schlechtem Deutsch verfasst worden war und die Frau darin auch zur Steuerhinterziehung aufgefordert worden war.

Quelle: Artikel „AG Gießen verurteilt Finanzagentin zur Geldstrafe“ auf wortfilter.de

LG Bonn: Haftstrafen für Phisher

Ein 21-Jähriger Angeklagter erhielt eine 14-monatige Jugendstrafe auf Bewährung. Die fünf Personen waren wegen Bildung einer kriminellen Vereinigung sowie gewerbs- und bandenmäßigen Computerbetruges in 38 Fällen angeklagt, wobei der Tatvorwurf der Bandenbildung nicht nachgewiesen werden konnte.

Der Schaden nur der einwandfrei nachzuweisenden Taten betrug nach Angaben der Staatsanwaltschaft 154.000 Euro. Das Gericht ging von weiteren Hintermännern aus; die Staatsanwaltschaft ermittelt weiter.

Quelle:
Artikel „Haftstrafen im Bonner Phishing-Prozess“ vom 04.09.2008 auf heise.de