LG Berlin: Rechtsanwälte Musiol und Wachs gehen erfolgreich gegen Euroweb Internet GmbH (GF Christoph Preuß) wegen wahrheitswidriger Presseerklärung vor

Kommentar

Gegenstand des auf Seiten der Rechtsanwälte Musiol und Wachs durch die Kanzlei Richter Berlin vertretenen Verfügungsverfahrens war ein Artikel auf der Webseite der Euroweb Internet GmbH mit dem Titel

„Verunsicherte Kunden der Euroweb Internet GmbH
Rechtanwälte werben mit Kostenersparnis“

für den der ehemalige Pressesprecher des Unternehmens, Herrn Dirk Dieckmann, als Autor verantwortlich zeichnete. Wahrheitswidrig war darin seitens der Euroweb Internet GmbH im Ergebnis behauptet worden, die Rechtsanwälte Musiol und Wachs würden ihre Mandanten über die im Zuge der anwaltlichen Vertretung entstehenden Kosten täuschen.

Die nach vorgerichtlicher Zurückweisung der Abmahnung durch die Rechtsanwaltskanzlei Berger (Berger Law LLP) erwirkte Unterlassungsverfügung wurde mittlerweile für die Euroweb Internet GmbH und ihren Geschäftsführers Christoph Preuß als dauerhafte Regelung anerkannt und ist damit rechtskräftig.

(Landgericht Berlin, 08.05.2012, 27 O 281/12)


KommentarDass nun ausgerechnet die wegen rechtswidriger Vertriebsmethoden bundesweit berüchtigte Euroweb Internet GmbH behauptet, die gegen sie arbeitenden Anwälte würden auf unseriöse Weise um Mandanten werben, erscheint nur auf den ersten Blick bemerkenswert.

Letztlich spielt man seit Jahren in Düsseldorf die Unschuld vom Lande und lässt seine Vertriebler auch weiterhin allerlei aufgeblasene Geschichten verkünden, um Kunden in die teuren Internet-Systemverträge zu schwatzen.

Juristisch anspruchsvollere Propaganda für die Interessen der Euroweb Internet GmbH kommt derweil von der geschäftlich offenbar seit Jahren eng verbundenen Rechtsanwaltskanzlei Berger, billige Jubelmeldungen pro Euroweb und glatte Hetze gegen deren Kritiker hingegen von faktisch anonymen blogs wie dem der „Gerichtsreporterin Gisela“ (das dortige Impressum lautet derzeit auf „Günter Werner Doerr“ also den Namen, den der verstorbene Münchener Rechtsanwalt Günter Werner Freiherr von Gravenreuth trug unter Angabe einer Adresse in Südafrika), auf deren Seite auch der unvoreingenommenste Beobachter wohl sich des Verdachts nicht wird erwehren können, ein buntes Sockenpuppentheater aufgeführt zu bekommen.

Es zeigt sich hier letztlich ein Geschäftsgebaren, das dem anderer skrupelloser Geschäftemacher ähnelt: Wütende Kunden, heftige Kritik in diversen Medien und auch von Gerichten bundesweit, wen juckts? Frech kommt weiter! Solange nicht endlich mal die ganz große Keule des Gesetzes kommt, macht man einstweilen einfach immer weiter, als sei nichts geschehen.