verbraucherschutz24.net: Zensurverfügung der in. tello GmbH (GF Waldemar Gala) aufgehoben

Der Artikel „verbraucherschutz24.net: Dubiose Verbraucherschützer gestoppt“ sei rechtswidrig, so die für Wettbewerbssachen zuständige 15. Kammer des Landgerichts Berlin auf Antrag der in. tello GmbH. Die geäußerte Kritik (u. a. wegen der Bergifflichkeiten dubiose Callcenter, Gewinnspielmafia etc.) sei unsachlich; in einem Wettbewerbsverhältnis müsse man sich zarter ausdrücken. Geschäftsführer Waldemar Gala setzte nun mit dieser Verfügung etliche Verbraucherschutz-blogger, die den Artikel zitiert hatten, unter massiven Druck und konnte etliche Löschungen erreichen. Auch der RBB war im Zusammenhang mit dessen kritischer Berichterstattung über verbraucherschutz24.net von der in. tello GmbH mit einer Zensurklage überzogen worden und hatte sich dem Vernehmen nach verglichen.

Die Folge: Zahlreiche Verbraucher blieben ungewarnt. Kunden der verbraucherschutz24.net, die die versprochenen Verbraucherschutzleistungen einfordern oder Beschwerden loswerden wollten, erreichten niemanden, denn Geschäftsführer Waldemar Gala hatte erst anweisen lassen, die Kunden zu vertrösten und dann den Kontakt abzubrechen. So wurden die Türschilder mit Hinweisen auf verbraucherschutz24.net entfernt, so dass die Post unzustellbar zurückging. Später ließ er an verbraucherschutz24.net gerichtete Post, die zum Teil zunächst in Kartons gepackt worden war, teilweise sogar ungeöffnet schreddern, wie aus der Kanzlei Richter vorliegenden eidesstattlichen Versicherungen zweier ehemaliger Mitarbeiterinnnen der in. tello GmbH hervorgeht.

Waldemar Gala, der die in. tello GmbH erst für den dubiosen Gewinnspieleintragungsdienst garantiertgewinnen.de werben und Gelder über die berüchtigte Pay4 GmbH (Geschäftsführer Jens H. Leinert) per Lastschrift einziehen ließ und kurz danach in unerwünschten Werbeanrufen unter dem Namen verbraucherschutz24.net Schutz gerade vor unerwünschten Werbeanrufen hatte versprechen lassen, sieht das alles offenbar äußerst sportlich. Nach dem Scheitern seines „Verbraucherschutz“projekts beauftragte er nun cold calls für Terminvereinbarungen im Vertrieb von privaten Krankenversicherungen und bezeichnet sich heute gern mal als „Vollbutunternehmer“ oder „Business-Punk“ (siehe auch „Vollblutunternehmer KG“, „beraterWERK 360° KG“). Einige Ex-Mitarbeiter, manche Erwerber von so genannten PKV-leads oder geschädigte Kunden des Projekts verbraucherschutz24.net, die sich aufgrund des veröffentlichten Zeugenaufrufs mit interessanten Informationen auch an die Kanzlei Richter gewandt hatten, würden wahrscheinlich eine deutlich andere Bewertung für das Geschäftsgebaren des Herrn Waldemar Gala präferieren. 

Den Kampf um die Zensurverfügung jedenfalls verlor die in. tello GmbH krachend und zwar sowohl in der ersten Instanz vor der 97. Kammer für Handelssachen des Landgerichts Berlin, als auch vor dem für Wettbewerbssachen zuständigen 5. Senat des Kammergerichts. Über die Entscheidungen wird demnächst noch ausführlicher berichtet.

Bereits nach dem erstinstanzlichen Erfolg in der Hauptsache hatte die Kanzlei Richter Berlin gegen die Untersagungsverfügung auch im Eilverfahren Widerspruch eingelegt, über die wegen zwischenzeitlicher Verzögerungen erst jetzt, also nach der zweitinstanzlichen Hauptsacheentscheidung durch Versäumnisurteil entschieden wurde. Für die in. tello GmbH erschien im heutigen Termin nämlich erwartungsgemäß niemand.

Anscheinend ist die in. tello GmbH am Ende: Das Amtsgericht Potsdam teilte im Bundesanzeiger unter dem 19.12.2012 mit, dass man das Amtslöschungsverfahren gem. § 394 FamFG (Löschung wegen Vermögenslosigkeit) betreibe.

Die Kanzlei Richter Berlin ist jedenfalls jetzt schon gespannt auf die nächsten tollen Geschäftsideen des außerordentlich sympathischen Herrn Waldemar Gala.