Verbraucherzentrale Hamburg: Cold calls nun auch gehäuft für Anlegerschutzgruppen

Rechtsdienstleistungen waren lange Zeit eine Branche, in der praktisch keinerlei Verstöße gegen die Regeln zur unerwünschten Telefonwerbung zu beobachten waren. Dochder Wettbewerb wird härter. Nach einer aktuellen Mitteilung der Verbraucherzentrale Hamburg sollen angebliche Kapitalanlagerschützer in letzter Zeit an diverse Verbraucher mit unerbetener telefonischer Werbung und Empfehlungen herangetreten sein, die letztlich in einer Zuführung von Mandaten an Rechtsanwälte münden sollen, welche Rechtsdienstleistungen im Kapitalanlagerecht erbringen.

So soll eine Interessengemeinschaft für Kapitalanleger und Versicherte e.V. (IKV) für einen Verein geworben haben, der nach Mitteilung der Verbraucherzentrale Hamburg „in erster Linie“ Mandanten an einen Hamburger Rechtsanwalt Prof. Dr. Rolf Thiel weiterempfehlen soll. Daneben soll ein Verband Deutscher Kapitalanleger unter Bezugnahme auf einen konreten Schiffsfonds MPC Santa-B-Flotte letztlich für die Mandatierung eines ungenannt gebliebenen Rechtsanwalt im Bereich des Kapitalanlagrechts geworben haben. 

Trifft der Bericht tatsächlich zu, kann nur konstatiert werden, dass offenbar eine neue Stufe erreicht ist: Spam nun auch zumindest indirekt zugunsten von Organen der Rechtspflege.

Sollte es sich bei Prof. Dr. Rolf Thiel – dem Namen nach würde dies passen – um diesen Hamburger Kollegen handeln, wäre das besonders grandios. Er ist nach eigenen Angaben auf seiner Webseite Professor für Wirtschafts- und Europäisches Recht und Autor eines an Versicherungsvermittler gerichteten Praxisbuches aus dem rennommierten Beck-Verlag über „Die Haftung der Anlageberater und Versicherungsvermittlern“. Thema unter anderem: „Berufsethos des Anlageberaters und Versicherungsvermittlers“.