Ermittlungen im Fall kino.to: Affiliate-Dienstleister nach Razzien verhaftet

Kommentar

Nach einer Meldung des Spiegel wurden nach bundesweiten Razzien zwei Personen, darunter ein Betreiber eines Affiliate-Netzwerkes aus Rheinland-Pfalz, verhaftet.

Während der Hauptwerbevermarkter im EU-Ausland nicht greifbar sei, sei man nun gegen dessen in Deutschland sitzenden Geschäftspartner vorgegangen. Diese würden strafbarer Beihilfehandlungen zu Urheberrechtsverletzungen verdächtigt.


KommentarDie Staatsanwaltschaft in Dresden versucht offenbar, das illegale Netzwerk an der Finanzierungsquelle, also an der Wurzel zu packen.

Leider wurden zur Identität der Personen bislang keine näheren Angaben gemacht. Es würde mich indes sehr wundern, wenn man nicht früher oder später Namen hört, die Verbraucherschützern bereits in anderen Zusammenhängen bestens bekannt sind. 

Es ist jedenfalls kein Geheimnis, dass auf den illegalen Portalen vorwiegend Werbung gerade auch für solche Personen betrieben wurde, die in Zusammenhang mit zweifelhaften oder gar kriminellen Geschäftsmodellen standen. Von Abofalle bis Massenspamming dürfte so ziemlich alles dabei gewesen sein. Seit Jahren besteht der Verdacht, dass hier sehr enge Verbindungen bestehen, die allerdings nur mit Kompetenzen von Strafermittlern aufklärbar sind, wenn nicht Informationen aus dem engeren Kreis direkt fließen, beispielsweise durch Aussteiger.

Fakt ist: Eine ganze Industrie hat bislang von derartigen Abzockereien profitiert und vor Zivilgerichten stets die verfolgte Unschuld gemimt. Man sei ja völlig ahnungslos gewesen und bloß „technischer Dienstleister“ lautete stets die Standardausrede.

Die Abzockerszene scheint nach den Verhaftungen der letzten Zeit erst einmal verunsichert zu sein; man darf gespannt sein.