StA Rostock: Mutmaßlicher Internetbetrüger Alexander H. verhaftet

Wie der unter anderem die Ostsee-Zeitung und der NDR berichten führten 37 Beamte von Kripo Rostock, Landeskriminalamt, Staatsanwaltschaft sowie Steuerfahndung nun Razzia in Sievershagen, Bargeshagen, Kröpelin und Güstrow sowie in Thüringen, Berlin und Brandenburg durch.

Seit 2010 bis in die letzten Tage wurden offenbar Personen in Abofallen im Internet gelockt. Die Webseiten waren vor allem auf Internetnutzer orientiert, die kostenlose Software wie den Firefox-Browser suchten.

Alexander H, wurde in Sievershagen an seinem Wohnsitz nach der Durchsuchung seiner Wohnung verhaftet und in die Justizvollzugsanstalt Waldeck verbracht.

Es handelt sich bei ihm um mindestens einen der führenden Köpfe eines weiteren Kreises von freundlichen Zeitgenossen mit mutmaßlich stark gestörtem Verhältnis zur Rechtsordnung. Das Amtsgericht Rostock hatte noch mit Beschluss vom 19.09.2011 zum Aktenzeichen 30 Ds 303/11 die Anklageschrift der Staatsanwaltschaft Rostock vom 18.10.2011 gegen Alexander H. zurückgewiesen und nicht zur Anklage zugelassen. Die Entscheidung war vom Landgericht Rostock mit Beschluss vom 29.11.2011 zum Aktenzeichen 18 Qs 216/11 bestätigt worden. Die Entscheidungen wurden Ende 2011 unter anderem im Beck-Blog des Prof. Dr. Hoeren diskutiert. Offenbar hat die Staatsanwaltschaft Rostock weiter ermittelt.

Auffällig wurde Alexander H. Anfang 2009 bereits mit der Firma ontheRoad Networx. Damals hielt man es für angebracht, auf der Webseite software-stream.de eine manipulierte Version des Firefox-Browsers zu veröffentlichen. Im Rahmen des Anmeldevorgangs wurden nicht nur ein Vertragsverhältnis untergeschoben, sondern auch gleich noch eine Manipulation an einer Datei des Computernutzers vorgenommen, die dazu führte, dass gängige Verbraucherschutzseiten wie die des Antispam e. V. oder computerbetrug.de vom Rechner des Betroffenen nicht mehr aufgerufen werden konnten. Nur durch einen Eingriff in die Systemstruktur konnte der ursprüngliche Zustand wiederhergestellt werden.

Aber auch 2009 war Alexander H. schon kein unbeschriebenes Blatt mehr. Bereits 2008 wurde er im Zusammenhang mit seinen Aktivitäten unter der Firma Netava Concept Billing und der Webseite teenyworld.org sowie der Inkassopolitik von Verbraucherschützern heftig kritisiert.

Zu tieferem Nachdenken hatte all dies offenbar nicht geführt.