Vorschussbetrüger: Betrügerische Gewinnzusagen unter Missbrauch des Namens des Potsdamer Rechtsanwaltes Holger Lauck

So wurden in letzter Zeit vermehrt Personen von einer angeblichen Frau Gabi Klein unter Missbrauch des Namens des Rechtsanwalt Holger Lauck angerufen und ihnen hohe Geldgewinne versprochen, für deren Erhalt nun noch allerlei „Nebenkosten“ zu entrichten seien.

Um es klar zu sagen: Ich habe nicht nur keinen Zweifel, dass der mir bekannte Holger Lauck nichts damit zu tun hat.Es handelt sich um die zigste Variante des klassischen Vorschussbetruges, auf den wohl auch in tausenden Jahren noch Leute hereinfallen werden.

Diese Gewinnzusage-Anrufe und die in der Folge beim Kollegen Lauck eingegangenen Beschwerden und Rückzahlungsforderungen zeigen aber auch ganz exemplarisch, dass die Bewertung von Fällen unerbetener telefonischer Werbung mit ihrem seit Jahren zu beobachtenden fließenden Überbergang in den Bereich der Kriminalität eben keine „einfache Angeleghenheit“ ist, die man ohne viel Aufwand mal locker nebenbei machen kann. Die Unterscheidung zwischen den Fällen echter Teilnahme an einer unlauteren oder betrügerischen Handlung einerseits in von den Fällen der Kaperung eines fremden Namens andererseits mitunter alles andere als leicht zu unterscheiden. Wer hier vorschnell vermeintliche Täter abmahnt, kann sein blaues Wunder erleben, denn der Betroffene ist in der Beweispflicht für die Beteiligung der in Anspruch genommenen Person.

Insofern verwundert es mich doch erheblich, mit welcher Chuzpe, dieselben Personen, die – wie mir kolportiert wurde – in grenzenlosem Vertrauen mal eben ein paar hundert Euro auf ein Konto in Izmir oder sonstwo überwiesen haben, nun locker vom Hocker mit Forderungen an den Kollegen herantreten, er solle mal ganz schnell „die Kohle wieder herausrücken“. Manche Sachen fasst man nicht. Dass diese Betroffenen – geraten sie an den falschen – mit derlei wilden und ulitmativ vorgetragenen Forderungen auch noch riskieren, in einen für sie nicht zu gewinnenden kostenträchtigen Prozess gezogen zu werden, sei nur am Rande erwähnt. 

Nachvollziehbar ist die offenbar hohe Opferzahl derartiger Abzockereien eigentlich nur schwer. So stellen sich viele Callcenter doch so derart dämlich an, dass man kaum glauben kann, dass es trotzdem Leute gibt, die auf so einen Zirkus noch hereinfallen. Die Callcenterbetrüger haben fast immer so auffallend-durchschnittsdeutsche Namen wie „Gabi Klein“, „Sonja Sommer“ oder „Peter Müller“, dass dies nun auf den ersten Blick nicht zusammenpasst mit der Tatsache, dass sie weder richtig, geschweige denn akzentfrei die deutsche Sprache beherrschen. Auch an einer gewissen „Schußfestigkeit“ fehlt es dem mitunter scheinbar teilweise aus Dorfspelunken zusammengetrommelten Betrügerpack nicht selten, etwa, wenn man sie mit eingestreuten frechen Bemerkungen von ihrem Leitfadengefasel ablenkt. Ja, diese Strolchdiebe sind sogar teilweise zu doof dazu, selbst einen deutschen Vor- von einem Nachnamen zu unterscheiden. Einer dieser Jungs mit offensichtlich mies zusammengeklautem Datenbestand wollte beispielsweise auf meinem Telefonanschluss ständig mit einem Herrn „Herr Stefan“ kommunizieren.

Ihre desaströse intellektuelle Minderbemittlung machen die Gauner aber durch die schiere Massenhaftigkeit der Anrufe und eine grenzenlose Dreistigkeit mehr als wett. Seit längerem gehören beispielsweise eingeflochtene Warnungen vor unseriösen Callcentern zum Standardrepertoire. Strafrechtliche Grenzen, gar bloße wettbewerbsrechtliche Verhaltensregeln, lösen nicht mal ein müdes Lächeln aus, solange man der Täter nicht habhaft wird. Dann natürlich ist das Geheule von unbekannten Dritten groß; hier gilt es indes, die Spreu vom Weizen zu trennen und dazu benötigt es Erfahrung.

So heißt denn der Rat der Kanzlei richter Berlin an alle betroffenen auch weiterhin: Niemand hat etwas zu verschenken. Wachsam sein. Nichts einfach glauben, was einem unbekannte Personen versprechen. Im Zweifel fachlichen Rat einholen. Nicht erst nach der zwanzigsten Überweisung nach Ankara, sondern sofort und nicht bei Kumpel Kalle von nebenan, sondern bei jemandem, der sich mit der Materie auskennt.