LG Berlin: Rechtsanwältin Katja Günther fühlt sich angeprangert

Kommentar

Rechtsanwältin Katja Günther, von hunderttausenden Internetnutzern wegen ihres Engagements beim Eintreiben von angeblich geschuldeten Entgelten aus Internet-Abofallen bundesweit mit zahllosen Kosenamen bedacht, fühlt sich völlig zu Unrecht im Wege der Bildberichterstattung ans Licht der Öffentlichkeit gezogen, ja angeprangert.

Sie wehrt sich – im bisher vor dem Landgericht Berlin geführten Eilverfahren auch durchaus erfolgreich – gegen die wohl bereits 2009 erfolgte Bildberichterstattung von Sat1. Die Bearbeitung der Abofallen-Mandate sei schon so lange her, Frau Günther arbeite auch schon lange nicht mehr in diesem Bereich und die Abofallen-Mandate seien ihr auch von einem Kollegen überlassen worden. Es habe sich geradezu eine Eigendynamik entwickelt.

Lesen Sie selbst!


KommentarUm Gottes Willen, haben so viele ihr Unrecht getan? Die arme Frau, in breiten Teilen der Internetnutzerschaft verachtet, ja gehasst – in Wirklichkeit nur ein Opfer der unglücklichen Umstände? Wurden die Abofallen-Mandate – lassen Sie mich jetzt einmal ängstlich spekulieren – etwa der sich mit Händen und Füßen wehrenden, jungen und unerfahrenen Kollegin wider Willen aufgedrängt? Wurde sie zur Unterschrift am Ende gar von hartherzigen Mannen gefesselt getragen, ihre Schreibhand mit eiserner Zwinge tausendfach von seelenloser Maschine geführt?

Nach dem für mich völlig schockierenden Vortrag der Kollegin Günther vor dem Landgericht Berlin, meine verehrte Leserschaft, sollten wir alle noch einmal darüber nachdenken, welch monströse moralische Verantwortung man bereits mit selbst zärtlichster Kritik auf sich lädt und was es eigentlich bedeutet, ehrbare Menschen völlig anlaßlos in Grund und Boden zu kritisieren, auf dass diese am Ende gar keinerlei Freude mehr empfinden können an selbst recht vielen erbeuteten Talern!

So gehen Sie, gewissenlose Kritiker, denn endlich in sich und schämen Sie sich!