Atomlobby: Ich hätte dann gern einmal was von dem Baring dort

Kommentar

Das ganze mit veröffentlichten Kampagnenpapieren. Glückwunsch an die Rechercheure der taz.


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Der ach so unabhängige Historiker Arnulf Baring habe sich demnach von der Medienagentur „zuarbeiten“ und bezahlen lassen. Peinlich, peinlich.

Aber es geht noch schöner: Wie immer, wenn man erwischt wurde, will’s niemand gewesen sein und zur Freude des allgemeinen Publikums belastet einer den anderen.

Der Ökonomieprofessor und Leiter des Instituts für Management an der Berliner Humboldt-Universität Joachim Schwalbach (taz: „Professor Dankeschön“) hatte die Tatsache, dass die seitens des Deutschen Atomforum, der Lobbyorganisation der deutschen Atomkraftwerksbetreiber, in Auftrag gegebene Studie „Gesellschaftsrendite der Kernenergie“ letztlich nicht fertiggestellt wurde, damit begründet, dass er kein „Gefälligkeitsgutachten“ habe fertigen wollen.

Hierauf kontert der Chef des Atomforum, man habe natürlich kein Gefälligkeitsgutachten in Auftrag gegeben. Die Studie sei mangelhaft gewesen, das Thema verfehlt worden. Aber die Bitte, das Projekt und dessen Entgelt über Schwalbachs Ehefrau Astrid Drabant-Schwalbach laufen zu lassen, sei auf Wunsch von Schwalbach gekommen.

Schwalbach, der selbst gern für Anstand im Wirtschaftsleben plädiert („Gegen den Madoff im Manager“), wird sich womöglich bei seiner Frau, die unter der Geschäftsbezeichnung“GlobalKomm“ Kommunikations- und Managementberatungsleistungen anbietet, womöglich mal selbst Tipps in Sachen Reputations-Management geben lassen müssen. Eigentlich ist Joachim Schalbach ja selbst der Fachmann auf diesem Gebiet, aber vielleicht ist ihm auch momentan selbst ein wenig der Blick für’s Große und Ganze abhanden gekommen.

Ganz großes Kino.