Tipp: Schutz vor E-Mail-Spam durch spezifisch nachverfolgbare E-Mail-Adressen

Mein Provider stellt mir die Möglichkeit zur Verfügung, so genannte Alias-Adressen einzurichten und zwar wenn ich mich recht erinnere bis zu 300 Stück. Die sich zunächst aufdrängende Frage, wozu ein Mensch je so viele E-Mail-Adressen benötigen mag, beantwortete sich dann bei der Lektüre eines einschlägigen Fachartikels. Den dort gegebenen Rat, für jede unvermeidbare Angabe von Daten eine neue, nur für diesen Zweck verwendete, nirgendwo sonst veröffentlichte E-Mail-Adresse einzurichten, habe ich befolgt und habe auf den spezifischen E-Mail-Adressen auch soweit ich weiß überhaupt keinerlei Spam zu verzeichnen und insgesamt einen erfreulichen Rückgang des allgemeinen E-Mail-Spam-Aufkommens bemerkt.

Ich gestalte zudem die Alias-Adresse so, dass das Weitergabeziel erkennbar ist. Wenn ich zum Beispiel bei Amazon etwas bestellen wollte und mich am 01.01.2011 anmelden würde, besteht der vordere Teil der E-Mail-Adresse folglich aus einer bestimmten Kombination des Anmeldedatums und der Webseite, auf der die Anmeldung erfolgen soll gefolgt von „@“ und meiner Domain. Bei jeder Zusendung unerbetener E-Mail-Werbung könnte ich dann also auf den ersten Blick sehen, wo ich die Daten aus der Hand gab und wo also das Datenleck gewesen sein muss.

Derartige, zum Beispiel durch einen Hack (Stichwort: Sony) abgeschöpfte Daten haben praktisch für den Datenhandel keinerlei Wert, weil die sofortige und unmittelbare Nachweisbarkeit der Datenquelle die üblichen Ausreden und Lügen verhindert, die einem bei datenschutzrechtlichen Auskunftsforderungen üblicherweise so präsentiert werden. Zudem ist die Kenntnis der wirklichen Datenquelle auch für den Spammer nicht ungefährlich ist, weil in den wenigsten Fällen derartige Rechtsverletzungen tatsächlich Einzelfallcharakter haben, als vielmehr auf der Datenhandelsebene regelmäßig Teil eines strukturell rechtswidrigen Systems im Umgang mit Daten sein dürften. Die wenigsten für derartigen deutschen Spam missbrauchten und illegal erhobenen Datenbestände befinden sich wohl tatsächlich im Ausland, wie die häufig bei Spam von Werbenden als angebliche Datenlieferanten benannte Handvoll ausländischer Firmen suggerieren könnte, als vielmehr im Herrschaftsbereich einer ebenso überschaubaren Anzahl von vermeintlich recht angesehenen deutschen Datenhandelsunternehmen.