Gewinnspielmafia: LG Berlin verhängt Ordnungsgeld gegen GTS GmbH & Co KG wegen anhaltender Telefonbelästigung

Zugrunde lag dem Beschluss eine wiederholt vorgenommene, identitätsverschleierte Telefonwerbung (Ende 2009 und wieder 12.04.2010) der vorgenannten Gesellschaft. Im Ordnungsmittelverfahren hatte sie dann eingewandt, man habe die Daten nach dem ersten Verstoß in eine Robinsonliste, die – so wurde es hier verstanden – bei der Clarity AG geführt wurde. Es handelt sich hierbei um eine Sperrliste. Der Eintrag sollte angeblich bewirken, dass das Anwählen gerade verhindert werden solle. Aus „unvorhersehbaren Gründen“ sei es zu „technischen Fehlern im System der Clarity AG“ gekommen.

Die bislang schön still im Hintergrund agierende Clarity AG wurde nun in einem zweiten Schritt ebenfalls im Wege eines Eilrechtsschutzverfahrens in Anspruch genommen.

Und siehe da: Die konsequente, wenn auch extrem aufwändige Gegenwehr scheint allmählich zu wirken. Nach etlichen Monaten Telefonterrorismus durch diverse Player der Gewinnspielmafia kehrt hier endlich allmählich wieder sowas wie Ruhe am Telefon und konzentriertes Arbeiten ein. Endlich! Da sage mir noch einer, die Bande stecke nicht die Köpfe zusammen …

Falls übrigens nochmal jemand argumentiert, die Wiederholungsgefahr sei durch einen Eintrag in eine Robinsonliste ausgeräumt, erinnere man sich an diesen Fall. Der angebliche Sperrlisteneintrag bewirkte (und so eine Geschichte hab ich neulich schonmal aufgetischt bekommen) hier jedenfalls nach Darstellung der GTS GmbH & Co KG jedenfalls genau das Gegenteil, nämlich die erneute Anwahl der Nummer durch den Dialer. Aus völlig „unvorhersehbaren Gründen“ natürlich. Schon klar.

Merke: Nur nicht erhobene Daten sind sichere Daten. Nach unerbetener Telefon-, E-Mail- oder Faxwerbung immer Löschung der persönlichen Daten fordern, nicht nur ihre Sperrung!