Staatsanwaltschaft Kiel: Hausdurchsuchungen in Kiel und Flensburg bei mutmaßlichen SMS-Betrügern

Bei der Razzia wurden mehr als 40 Firmenräume und Privatwohnungen durchsucht und fünf Hauptverdächtige festgenommen. Nach Angaben der Staatsanwaltschaft sollen die beschuldigten Firmen mit ernsthaften Kontaktmöglichkeiten per SMS geworben, jedoch tatsächlich professionelle Chatagenten mit frei erfundenen Nutzerprofilen zur Kundengewinnung eingesetzt haben. Ziel war es, die getäuschten Kunden in möglichst lange SMS-Chats zu verwickeln, da für jede SMS-Nachricht 1,99 Euro fällig wurden.

Die Staatsanwalt geht von einer hohen Zahl an Geschädigten aus.

Der Verbraucherschutzverein Antispam e.V. hatte in den letzten Monaten mehrfach belastendes Material an Staatsanwaltschaften weitergeleitet, das die Nutzer des Forums, darunter auch Insider aus Callcentern zugespielt hatten. Aus diesen Unterlagen ging hervor, dass SMS-Chat-Firmen über umfangreiches technisches Equipment zum massenhaften Bewerben der Chats per SMS verfügten, spezielle Software zur Erstellung und Nutzung einer hohen Zahl an frei erfundenen Nutzerprofilen erstellt und darüberhinaus die rechtswidrig erzielten Gewinne teilweise unzutreffend gegenüber den Steuerbehörden angegeben hatten.

Quelle:
Artikel „Razzia bei betrügerischen SMS-Anbietern“ auf ndr.de