Prozess gegen Callcenter-Chefin: Agenten zu Vertragsabschlüssen gepresst

Nach Angaben zweier ehemaliger Beschäftigter des Callcenters habe die Geschäftsführung die Ausgangstür abgeschlossen und die Angestellten auf diese Art gehindert, das Gebäude pünktlich zum Feierabend zu verlassen, weil nicht die gewünschte Anzahl von Vertragsabschlüssen erreicht worden war.

Die Geschäftsführung des Callcenters wendet ein, die Tür sei zwar tagsüber verschlossen gewesen und dies sei jedoch erfolgt, um Diebstähle zu verhindern. Mitarbeiter seien nicht gegen ihren Willen festgehalten worden.

Das Callcenter, das insbesondere Zeitschriftenabonnements vertrieb, war nach Recherchen des Norddeutschen Rundfunks bereits im September wegen Verstößen gegen das Datenschutzgesetz in Visier der Behörden geraten. So sollen Daten von Lotteriekunden unrechtmäßig verwendet worden sein.

Am 16.12.2008 findet am Amtsgericht Winsen eine Strafverhandlung gegen die Inhaberin des Callcenters statt.

Quelle: Berliner Morgenpost