Warnung: Berliner Verein „Essen für Kinder in Not“ betreibt unerbetene E-Mail-Spendenwerbung und bucht unerlaubt ab

Eine bei einem Empfänger unerbeten eingegangene E-Mail lautete wie folgt:

Guten Tag,

wußten Sie, daß beinahe 60 Prozent der sozial- und finanzschwachen Eltern in Deutschland nicht genug Geld haben, ihre Kinder ausreichend zu ernähren?

Sind das nicht erschreckende Zahlen!

Spätestens ab der Mitte des Monats bleibt der Kühlschrank leer und Kinder haben Hunger!

Gesundheitliche Folgeschäden, schlechte Leistungen in der Schule und wachsende Gewaltbereitschaft unserer Kinder können wir nur mit Ihrer Unterstützung verhindern.

Wir betreiben „Kinderküchen“, in denen Kinder aus sozial- und finanzschwachen Familien kostenlos eine warme Mahlzeit bekommen, und den Eltern in Einzelgesprächen mit ehrenamtlich tätigen Sozialarbeitern Wege aus der Krise gezeigt werden.

Dabei werden wir unterstützt von unseren Sozialpartnern Kooperative R.H. e.V. und IWULIB e.V., die anerkannt gemeinnützig und im Verbund der Diakonie sind.

Die „Kinderküchen“ erhalten keine Zuschüsse vom Staat, sondern finanzieren sich ausschließlich durch Spenden.

Wir bitten Sie um eine Spende von 5 €, denn damit können wir 1 Kind 1 Woche lang mit einem warmen Essen am Tag versorgen.

Die „Kinderküchen“ von Essen für Kinder in Not e.V. sind gemeinnützig anerkannt.
Ihre Spende ist in voller Höhe steuerlich abzugsfähig, und Sie brauchen als Nachweis nur eine Kopie des Kontoauszugs Ihrer Steuererklärung beizulegen.

Möchten Sie mehr erfahren? Auf unserer WEB Seite whois:www.efkin.org bekommen Sie weitere Informationen.

Wir danken Ihnen im Namen aller Kinder, die auf Ihre Hilfe angewiesen sind.

Oliver Bolze
Vorstand

Spam eMails: Das Bitten um Spenden ist keine gewerbliche Tätigkeit, unterliegt daher auch nicht den Bestimmungen des UWG und ist nicht abmahnfähig (vgl. OLG Celle, Az. 13 U 113/88; OLG Frankfurt, OLGZ 82, 203). Wenn Sie keine weiteren eMails von uns wünschen, werden wir dies natürlich respektieren, antworten auf diese eMail mit dem Betreff „Stop“.

Essen für kinder in Not

Nach Meldungen im Forum des Verbraucherschutzvereins Antispam e. V. würden datenschutzrechtliche Anfragen nicht bzw. nur mit erheblicher Verspätung beantwortet.

Die Emsdettener Volkszeitung berichtet weiterhin, es seien unerlaubt Kontoeinziehungen von ca. 800 Konten per Lastschrift vorgenommen worden. Nach Angaben aus dem Umfeld des Vereins seien die Bankdaten durch eine spanische Fundraising-Agentur geliefert worden, die Fundraising Socialis S.L. mit Sitz in Cala Ratjada auf Mallorca. Die Kooperative R.H. (für Robin Hood) e.V., angeblicher Träger des Vereins „Essen für Kinder in Not“ (Efkin), teilte auf Anfrage der Zeitung mit, sie solle treuhänderisch Spendengelder für Efkin entgegennehmen, bis die Eintragung des Vereins ins das Vereinsregister erfolgt sei. Man sei von der Fundraising-Agentur betrogen worden.

Nach Angaben eines Mitglieds von Antispam habe die Pressesprecherin des Diakonischen Werks Berlin-Brandenburg mitgeteilt, derartige E-Mails seien „bedauerlicherweise bekannt“. Efkin sei nicht Mitglied des Diakonischen Werkes Berlin-Brandenburg-schlesische Oberlausitz (DWBO). Gegen beide Mitglieder, IWULIB und Robin Hood, die auf der angegebenen Homepage mit genannt werden, sei bereits ein Ausschlussverfahren eingeleitet, da das Diakonische Werk diese Art und Weise der Spendeneinwerbung oder ähnliche Vorgehensweisen strikt ablehne. Man prüfe derzeit darüber hinaus die Möglichkeiten weiterer rechtlicher Schritte.

Der Verein sitzt auffälligerweise an derselben Adresse Hiddensseestr. 2b in Berlin, an der auch andere dubiose Personen wie beispielsweise die im Zusammenhang mit unerbetener Faxwerbung eines angeblichen „Paneuropäischen Finanzforums“ (auf die hin sich telefonisch jedoch ein Vorstand der „Stiftung Cerberus“ meldete) aufgetauchten Firma „ISI Soziale Dienste GmbH“ residieren und von der aus weitere auffälliuge Querverbindungen zum Verein IWULIB e.V., der „Stiftung Cerberus“, sowie der „Kooperative R.H.“ bestehen.


Update 22.10.2008 1500 Uhr:
Spiegel Online veröffentlicht soeben den Artikel „Spendenwerbung per Call-Center und Massen-Mail“ zum Fall des Vereins „Essen für Kinder in Not“