Scoring beim täglichen Einkauf

Entgegen landläufiger Meinung haben die per Scoring-Wert eingeschätzten Kreditausfallrisiken nicht nur bei der Vergabe von größeren Finanzierungen genutzt. Vielmehr ist insbesondere der Online-Einzelhandel mittlerweile in großem Stil dazu übergegangen, sich auf diese Weise auch beim normalen Fernabsatz gegen Zahlungsausfälle zu schützen.

Zu den Großen der Branche zählen insbesondere die Bürgel Wirtschaftsinformationen GmbH & Co. KG, die Arvato Infoscore GmbH und die Creditreform-Gruppe.

Da die Art und Weise der derzeit üblichen Berechnungen der Scoringwerte umstritten ist, weil beispielsweise auch vom Einzelnen unbeeinflussbare Umweltfaktoren einfließen, soll diese Praxis nun neu geregelt werden. So ist insbesondere derzeit in der Diskussion, ob es angemessen ist, dass häufiges Gebrauchmachen von Widerrufs- und Rückgaberechten im Fernabsatz zur Berechnung von Scorewerten herangezogen werden. Auch häufige Kreditanfragen können unter Umständen zu einem schlechteren Scorwert führen. Dieser wiederum bewirkt aber, dass dem Bewerteten schlechtere Kreditkonditionen angeboten oder ein Kredit völlig abgelehnt wird.

Zudem wird in der derzeitigen Gesetzgebungsdiskussion gefordert, dass mehr Transparenz in das verfahren Einzug halten soll. Hieran mangelt es derzeit schon deshalb, weil die Zustimmungsklauseln derzeit pauschal erteilt und problemlos im Kleingedrucktem versteckt werden dürfen.

Quelle: Artikel „Der Händler weiß alles“ auf spiegel.de