Wegwerf-Rufnummern als Spamschutz

Kommentar

Der Online-Dienst onlinekosten.de berichtet über das Angebot an Wegwerf-Telefonnummern durch die was-los.de gmbH aus Nürnberg.

Der Anbieter bewirbt seine Dienste unter mit der Möglichkeit, die Wegwerf-Nummer im Internet als Kontaktadresse anzugeben. Die Rufnummer ist eine 0180er Rufnummer, von der aus für eine bestimmte, wählbare Zeit lang die Weiterleitung von Anrufen an die geheime „echte“ Telefonnummer des Nutzers erfolgen soll. Die Nummer, d. h. die Weiterleitung „vernichtet“ sich dann selbst, was Datenhändlern ihr Geschäft vermiesen soll.

Auffällig waren auch für onlinekosten.de die AGB-Klauseln des Anbieters, deren Auslegung wohl auch dahin gehend erfolgen kann, dass die Nutzerdaten auch für Werbezwecke verwandt werden können.


KommentarEine nette Idee, aber ich habe eher Zweifel, ob man damit den Datenhändlern das Wasser abgraben kann. Zum einen wird sich die Veröffentlichung von Telefonnummern für die meisten Bürger, vor allem aber auch für Kleingewerbetreibende nicht immer vermeiden lassen. Sind die Daten erst einmal in Umlauf, nützt spätere Datensparsamkeit auch nicht mehr viel. zudem sehe ich in dem Dienst eher eine andere Gefahr. So wie beispielsweise die Möglichkeit des Anbieters Web.de regelmäßig von Spammern missbraucht wird, um die dortigen kostenlosen Rufnummern als kontaktadresse auf Werbefaxen anzugeben, könnte auch dieser Weiterleitungsdienst dazu genutzt werden, die Nachverfolgung zu erschweren. Das könnte für die was-los.de GmbH ein lohnendes Geschäft werden. Sicherlich hat man in Nürnberg im Vorfeld gut kalkuliert. Ob mit oder ohne die Spammer – das kann und möchte ich nicht zu beurteilen. Es wäre allerdings auch nicht das erste Mal, dass sich im Schafspelz ein Wolf verbirgt.