Spam vermeiden

Es gibt grundsätzlich verschiedene Möglichkeiten, sich gegen Spam zur Wehr zu setzen. Welche man wählt, ist eine Frage der persönlichen Möglichkeiten und wird sich meist vor allem auch danach richten, wie sehr man von dem Phänomen genervt ist, ob die Belästigung gar mittlerweile zu erheblichen finanziellen Verlusten führt und wieviel Zeit und Engagement man daher einbringen kann und möchte, um sich zur Wehr zu setzen. Klar ist jedoch: Alles, was legal ist und Spammern schadet, nützt allen rechtstreuen Bürgern.

Die beste Möglichkeit, Spammern das Leben schwer zu machen, ist sicherlich, sparsam mit seinen persönlichen Daten umzugehen. Die Sorglosigkeit mancher Bürger im Umgang mit Informationen über persönliche Lebensumstände und Kontaktmöglichkeiten ist Grundlage des teils belästigenden, teils gar kriminellen Treibens der Datenhändler und rücksichtslosen Werbezocker. Im Gegenzug lässt sich sagen, dass die Sparsamkeit bei der Herausgabe von persönlichen Daten stets mit einem deutlich verringerten Aufkommen von Spam belohnt wird. Trotzdem lässt es sich natürlich nicht völlig vermeiden, dass man seine Kontaktdaten anderen bekannt gibt, wenn man denn überhaupt kommunizieren möchte.

Will man auf Nummer sicher gehen und von Spam fast vollständig befreit sein, dann muß man derzeit Abstand davon nehmen, sich in ein öffentliches Telefon- oder Faxverzeichnis eintragen zu lassen und diese Rufnummern nur im Einzelfall an vertrauenswürdige Personen mit der Bitte um Geheimhaltung herausgeben. Auch der Eintrag der E-Mail-Adresse in diverse Verzeichnisse im Internet muss dann unterbleiben. Enthält die gewählte E-Mail-Adresse nicht den Namen des Adressinhabers, so fällt es Spammern schwerer, die E-Mail-Adresse mit dem Namen des Adressinhabers zusammen zu führen und somit effektiv zu nutzen. Bei Veröffentlichung von Adressen im Internet sollten nach Möglichkeit Techniken der Webseitenerstellung verwendet werden, die es automatischen Suchmaschinen erschweren, die E-Mail-Adresse aus dem Code herauszulesen.

Zudem hilft es, die im Internet verzeichnete E-Mail-Adresse ab und an zu wechseln. Dies geht natürlich nur dann, wenn für die wichtige Kommunikation mit Freunden und Geschäftspartnern eine andere Adresse verwandt wird. Man benötigt also im Ergebnis mehrere E-Mail-Adressen: Einige geheime, die nicht gewechselt werden und andere – sogenannte Wegwerf- E-Mail-Adressen, die regelmäßig gewechselt werden, wenn das Spamaufkommen zu groß wird. Letztere sollten insbesondere dann verwandt d.h. unbekannten Dritten gegenüber bekannt gegeben werden, wenn beabsichtigt ist, an Gewinnspielen teilzunehmen, sich bei Newsgroups, für Mailinglisten oder Newsletter-Abonnements einzutragen. Auf diese Weise kann man Spam durch Verschleierung der eigenen Identität vermeiden oder zumindest die Zusammenführung der E-Mail-Adresse mit den anderen persönlichen Daten vermeiden, was den rechtswidrigen gewerblichen Adresshandel erheblich erschwert und somit die Lebensgrundlage von Spam austrocknet.

Prüfen sie bei jeder eintreffenden E-Mail, ob Ihnen der Absender bekannt vorkommt. Ist dies nicht der Fall, könnte dies ein Warnzeichen für eine Spam-E-Mail sein. In diesem Fall sollten Sie die Betreffzeile sehr kritisch prüfen. Sind Sie danach der Meinung, dass es sich um Spam handeln dürfte, so öffnen Sie die Mail gar nicht erst. Keinesfalls jedoch sollten Sie Dateianhänge von solchen Mails öffnen. Regelmäßig sind darin Schadprogramme enthalten, die Ihren Rechner ausspionieren oder gar zu einem Werkzeug für die Versendung von Spam machen können.

Es ist ebenfalls nicht ratsam, auf belästigende Werb-E-Mails zu antworten. Damit würden Sie den Absendern nur zu verstehen geben, dass Ihre E-Mail-Adresse tatsächlich existiert und regelmäßig abgerufen wird. Der Spammer, der sehr häufig computerunterstützt Millionen von Adressen generieren und dann computergestützt auf ihre Existenz ausprobieren lässt, hat bei jeder Reaktion auf Spam-EMails die Bestätigung, dass hinter dieser Adresse tatsächlich eine Person steht. Ist eine Adresse für den Spammer aber in diesem Sinne bestätigt, so hat er einen bereinigten E-Mail-Adress-Bestand. Dieser Datenbestand hat auf dem Adresshandelsmarkt, auf dem sowohl halbwegs seriöse, als auch klar unseriöse Adresshändler vertreten sind, einen viel höheren Wert, als unbestätigte E-Mail-Adressbestände, so dass ein Spammer eine bestätigte Adresse teurer an andere Spammer weiterverkaufen kann. Stattdessen sollten sie die Werbe-E-Mails gegenüber den Absendern vollständig ignorieren.

Sie können und sollten weiterhin Ihren Computer durch regelmäßiges Updaten und Herunterladen von Sicherheitspatches aktuell halten. Installieren Sie ein geeignetes Virenschutzprogramm und halten Sie auch dieses aktuell. Der Einsatz eines Firewall-Programmes ist zusätzlich sinnvoll, um Angriffe aus dem Internet, die in Spionage- oder Schädigungsabsicht erfolgen, abzuwehren. Spam-E-Mails sollten durch spezielle Filterprogramme aussortiert werden, um den Anteil der Spam-Mails, den Sie noch manuell sortieren müssen möglichst gering zu halten.

Auch bei Telefaxwerbung gilt: Eine Antwort auf eine etwa angegebene Abbestellfaxnummer ist kontraproduktiv. Eine Reaktion – so auch eine etwaige „Abbestellantwort“ führt allein dazu, dass der Spamer weiß, dass seine Faxe gelesen werden. Eine deutliche Erhöhung des Spamaufkommens ist meist unmittelbare Folge einer Reaktion seitens des Adressaten.

Sie sollten zudem keinesfalls Zurückhaltung gegenüber unerbetener Telefonwerbung üben. Entweder, Sie beabsichtigen eine Rechtsverfolgung und gehen zum Schein auf die Angebote ein und wenden sich danach sofort an einen Rechtsanwalt. Dieses Vorgehen ist für Sie risikolos und insbesondere nicht mit der Gefahr verbunden, auf den Verträgen hängenzubleiben, wie ich bereits in mehreren Prozessen für meine Mandanten durchgefochten habe.

Im übrigen helfen bei der ersten Informationsgewinnung die hervorragende Informationsseiten des gemeinnützigen Antispam e. V. unter weiter. Das dortige Forum ist sehr aktuell, gut besucht und voller Tipps für Betroffene. Hervorzuheben ist hier insbesondere, dass – im Gegensatz zu den eher allgemein gehaltenen Informationsangeboten der Verbände – häufig Betroffene über die konkreten Spamfälle berichten und Informationen austauschen.