29.
Sep
2008

... auf dem Fax stand aber extra "Dieses Fax erhalten Sie nur einmalig"!

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Geradezu ein unausrottbarer Klassiker der Faxspammerausreden ist die Behauptung, eine Abmahnung sei unnötig, denn es handele sich um eine einmalige Aktion.

Unerschütterlich wird auch von anwaltlichen Vertretern der unseriösen Werber immer wieder vorgetragen, die ausgesprochene Abmanhnung sei aus diesem Grunde unberechtigt bzw. das durch den Werbeadressaten angestrengte gerichtliche Verfahren sei mangels Rechtsschutzbedürfnisses zum Scheitern verurteilt.

Betrachtet man die Sache jedoch einmal nüchern, so muss man sich fragen, wieso man denn darauf vertrauen soll, dass derjenige, der bereits einmal einen Rechtsverstoß durch belästigende Werbung begangen hat, dies denn nun zukünftig unterlassen soll, obwohl ihm keine besondere Sanktion zuteil wurde oder künftig droht. Letztlich stellt doch die auf dem Werbefax angebrachte schriftliche Klausel, es handele sich um eine einmalige Werbeaktion, nichts anderes, als ein bereits bei Vornahme der rechtswidrigen Handlung pauschal abgegebenes - nicht strafbewehrtes - Unterlassungsversprechen dar. Dieses aber genügt in der Regel nicht zur Ausräumung der Gefahr einer erneuten Rechtsverletzung, welche nach einem erstmaligen Rechtsverstoß vermutet wird. Vielmehr ist statt eines einfachen Unterlassungsversprechens nach einem Erstverstoß eine Unterlassungserklärung erforderlich, welche mit einer hinreichend empfindlichen Vertragstrafensanktion versehen ist, um die Wiederholungsgefahr auszuräumen und weiteren rechtliichen Schritten des Verletzten den Boden zu entziehen.

Das Landgericht Berlin beispielhaft hierzu in seinem Urteil vom 10.05.2007 zum Aktenzeichen 52 0 54/07 in einem Fall der Faxwerbung eines Autohändlers aus Minden, der unter Tarnidentität für Autoankäufe geworben hatte:

"Die Wiederholungsgefahr, die durch die Erstbegehung indiziert wird, ist damit auch noch nicht beseitigt.
Auch wenn der Antragsteller selbst davon ausgeht dass angesichts des Verhaltens von Herrn K(...) mittlerweile Maßnahmen getroffen worden sind, um eine weitere wettbewerbsschädigende Verwendung der dem Antragsgegner zuzuordnenden E-Mail-Adresse zu verhindern, reicht dies nicht aus, um die Wiederholungsgefahr zu beseitigen. Weder der bloße Wegfall der Störung, noch die Zusage des Ver/etzers, von Wiederholungen des Wettbewerbsverstoßes abzusehen, genügen für die Beseitigung der Wiederholungsgefahr (Bornkamm in Hefermehll Köhler/Bornkamm, a. a. 0., § 8 Rn. 1.39 m. w. N.). Diese kann nur durch Abgabe einer strafbewehrten Unterlassungserklärung beseitigt werden. Die Erledigung der Hauptsache konnte daher nicht festgestellt werden."

Soweit in diesem Zusamenhang von Seiten der Spammer desöfteren auf ein Urteil des Amtsgerichts Bonn vom 15.05.2001 zum Aktenzeichen 11 C 188/01 verwiesen wird, so lässt sich auch damit kein Blumentopf gewinnen. Zugrunde lag ein Fall einer einmaligen unerbetenen Faxwerbung an einen Verbraucher. Das Gericht hatte im einstweiligen Verfügungsverfahren den Erlass einer einstweiligen Verfügung mit der Begründung abgelehnt, der Verfügungsanspruch bestehe nicht. Zum einen handelt es sich um eine schon damals von der juristischen Fachwelt glatt verrissene Fehlentscheidung eines vereinzelten Amtsgerichts, in der auf eine Rechtsprechung zur Briefkastenwerbung Bezug genommen wird und diese - entgegen der schon damals nahezu einhellig entgegenstehenden Rechtsprechung - auch auf die Faxwerbung angewendet wird:

"Das Gericht folgt der Rechtsprechung zu Brief- und Prospektwerbung, in der ausgeführt ist, dass diese Art der Werbung grundsätzlich rechtlich nicht zu beanstanden ist. Sie dient nicht zuletzt dem Interesse der Verbraucher."

Zum anderen war die damalige Rechtslage noch allein von der Rechtsprechung konkretisiert worden. Mittlerweile liegen jedoch mit den expliziten Regelungen zur Faxwerbung in § 7 II UWG glasklare Äußerungen des Gesetzgebers dergestalt vor, dass die Zulässigkeit von Faxwerbung - gleich ob an Verbraucher oder Gewerbetreibende! - ein vorheriges Einverständnis erfordert (Opt-In-Modell).

Insofern gilt: Strafbewehrt unterwerfen oder Gerichtsentscheidung nehmen. Alles andere wird bei konsequenter Rechtsverfolgung in des Spammers Hose gehen.

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StA Hamburg: Kritik an Einstellungspraxis anderer Staatsanwaltschaften bei Abofallen

Tausende Anzeigen, jahrelange Ermittlungen, sang- und klanglose Einstellung. Nach Auffassung des Sprechers der Staatsanwaltschaft Hamburg muss das offenbar nicht das letzte Wort sein. Mehr ...

Internet-Abofallen | Freitag, 11. Juni 2010

Gewinnspielmafia: Produkte, Player, Profiteure

Wer ist wer im Netzwerk der in den Medien so genannten Gewinnspielmafia? Wer steht in der ersten Reihe, wer wirbt, wer kassiert und inkassiert? Kurz: Wer profitiert direkt oder indirekt vom schmutzigen Geschäft mit der Hilfslosigkeit? Lesen, vergleichen, nachdenken. Die Kanzlei Richter Berlin sorgt für besseren ... Mehr ...

Gewinnspiele | Freitag, 11. Juni 2010

Wer vertreibt wie welche Verlagsprodukte?

Zeitschriften sind mit die am häufigsten auf illegale Weise vertriebenen Produkte überhaupt. Trotz aller gesetzgeberischer Aktivitäten - nach wie vor dominiert das Aufschwatzen von Abonnements per belästigender Telefonwerbung. Die Opfer sind oft ältere und hilflose Menschen, die den diversen Verkaufsmaschen geschickter Callcenteragenten wenig entgegenzusetzen haben. Die Folge: Viele Menschen sind verschuldet, da sich diverse Personen am Konto bedienen. Dann stellt sich die Frage: Wer ist wer im Geflecht des bundesweiten Zeitschriftenvertriebs? Wer steht in der ersten Reihe, wer wirbt, wer kassiert und inkassiert? Kurz: Wer profitiert direkt oder indirekt vom Vertrieb? Lesen, vergleichen, nachdenken. Die Kanzlei Richter Berlin sorgt für besseren ... Mehr ...

Zeitschriftenvertrieb | Freitag, 11. Juni 2010

Gewinnspielmafia: Skandal erreicht in Österreich die politische Ebene

Die massenhafte Ausplünderung von Konten vor allem älterer Bürger wird in Österreich endlich politisch thematisiert. Allerdings leider bislang nur von der rechtspopulistischen FPÖ. Mehr ...

Gewinnspiele | Freitag, 11. Juni 2010

Proinkasso GmbH/Deutsche Telekom AG: Mehr als 10.000 Audiofiles mit sensiblen persönlichen Daten frei im Internet abrufbar

Vorname, Name, Anschrift, Geburtsdatum, Kontoverbindung, zum Teil auch Telefonnummern - welche Daten hätten Sie denn gern? Mehr ...

Datenschutzrecht | Mittwoch, 9. Juni 2010

Kieler MintNet-Prozess: Detaillierte Prozess-Berichte über SMS-Betrügereien

Außerordentlich lesenswerte und detaillierte Berichte über die miesen Tricks der mutmaßlichen Flirt-SMS-Betrügerbande rund um die Flensburger Firma MinNet finden sich auf der Seite Kiel211. Mehr ...

Telekommunikationsrecht | Samstag, 5. Juni 2010

GE-Zentrale: Flucht in die Säumnis in Leipzig und Regensburg

Die für ihre Adressbuchgaunermasche berüchtigte GE-Zentrale Ltd. (Bonn) und ihr Director (Geschäftsführer) Harun Tanomand (Köln) sind offensichtlich mit ihrem Latein am Ende. In zwei vor den Landgerichten Regensburg bzw. Leipzig geführten Verfahren wegen unerbetener Telefaxwerbung flüchteten sie in die Säumnis.... Mehr ...

Adressbuchschwindel | Montag, 10. Mai 2010

Service-Hotlines: Kostenpflicht bei Warteschleifen bleibt weiter zulässig

Die Bundesregierung hat einen Vorschlag der GRÜNEN abgelehnt, die gefordert hatten, die Kostenpflichtigkeit von Warteschleifen-Zeit zu untersagen. Mehr ...

Telekommunikationsrecht | Montag, 10. Mai 2010

Gewinnspielmafia: Haspa zahlt Hans und Gudrun Sch. über 1.000 Euro zurück

Die Hamburger Sparkasse knickt in einem weiteren Fall dubioser Massenlastschriften ein und bucht sämtliche geforderten Beträge zurück. Mehr ...

Gewinnspiele | Montag, 10. Mai 2010

LG München: Bürgerlich-rechtlicher Unterlassungsanspruch des von anonymer Telefonwerbung Betroffenen

Das Landgericht München I hat in einem einstweiligen Verfügungsverfahren festgestellt, dass ein Werbeadressat bei unerbetener anonymen Telefonwerbung nicht nur einen Anspruch auf Unterlassung unerbetener, sondern gerade auch hinsichtlich anonymer Telefonwerbung hat. Mehr ...

Spamabwehr - Entscheidungen | Freitag, 7. Mai 2010

Gewinnspielmafia: Munich Line GmbH aus München (Euro Glück Plus) per einstweiliger Verfügung gestoppt

Die Münchener Munich Line GmbH, einer der vielen Player in der dubiosen Gewinnspielszene, kassierte kürzlich vor dem Landgericht München eine einstweilige Verfügung. Anlass war einer der vielen Gewinnspielanrufe, die bei der Kanzlei Richter Berlin Ende 2009 auf einer ganz bestimmten, unveröffentlichten Rufnummer ... Mehr ...

Gewinnspiele | Freitag, 7. Mai 2010

Gewinnspielmafia: Targobank zahlt Christiane N. über 700 Euro zurück

Eine weitere betagte Mandantin kann aufatmen. Auch sie war in einer Flut von Anrufen der Gewinnspielmafia erstickt und wußte nicht mehr, wie sie die älteren Lastschriften zurückbekommen konnte. Mehr ...

Gewinnspiele | Freitag, 7. Mai 2010

Taunussparkasse: Nichtakzeptanz von Abofallenabzocke als Werbeargument

Die Taunussparkasse hat in einer interessanten Pressemitteilung erklärt, man sei ein Institut, das Geschäftsbeziehungen mit Betreibern von Internetfallen und Internetabzockern gekündigt habe. Mehr ...

Internet-Abofallen | Sonntag, 2. Mai 2010