Mit einer besonders perfiden Methode versuchen skrupellose Telefonwerber seit einiger Zeit, ihre Opfer in Gewinnspielverträge zu locken. Es gehe nicht um Werbung, man spiele ja schon mit, wird gelogen, dass sich die Balken biegen. Vielmehr wolle man lediglich eine Vertragskündigung aufnehmen.
Einem derart erschlichenem Einstieg können sich einige Werbeopfer oft nur schwer entziehen. Ein Fehler, der viele ruiniert.
Der Trick
So wird nämlich neben viel auswendig gelerntem small talk fast wie beiläufig eingeschoben, dass die angebliche Kündigung erst "zu" einem späteren Zeitpunkt (Beispielformulierung: "Wir kündigen Sie zu Januar" in einem Werbeanruf von Oktober 2009) aufgenommen werden solle. Diese vermeintliche Kündigungsaufnahme wird regelmäßig mit der Forderung nach Preisgabe von Kontoverbindungsdaten verbunden. Mit anderen Worten: Man versucht, aus der regelmäßig frei erfundenen Behauptung eines bestehenden Vertragsverhältnisses und der Aufnahme einer vermeintlichen "Kündigung" zu einem späteren Zeitpunkt ein (bis zu diesem Zeitpunkt laufendes) Vertragsverhältnis zu konstruieren und schließlich Lastschrifteinzüge vorzunehmen. Je nach Skrupellosigkeit der Auftraggeber und Callcenteragenten wird die Kostenpflichtigkeit in einigen Fällen in einem zweiten, sog. Kontrollanruf dann noch klargestellt oder eben auch nicht.Beleidigungen und Drohungen
Diese so genannte Kündigungsmasche ist alles andere als neu, wird aber von Callcenteragenten obendrein häufig noch mit allerlei Extras "gewürzt" die jegliche Zweifel an der Strafbarkeit dieses Tuns beseitigen. So wird beispielsweise in derartigen Werbeanrufen für den Fall der Verweigerung der Teilnahme an dem Kündigungsaufnahmeverfahren unter Preisgabe der Kontodaten der Angerufene nicht nur desöfteren unflätig beleidigt. Zum Teil wird vielmehr angekündigt, sonst "den Vertrag eben weiterlaufen zu lassen" oder es wurden renitenten Angerufenen frecherweise mit weiteren Werbeanrufen oder gar mit Lastschriften vom Konto gedroht.
In der Sat1-Sendung Akte 20.10 vom 16.02.2010 wurde die Kündigungsmasche bei Gewinnspielanrufen ausführlich thematisiert und vor laufender Kamera durch einen Callcenter-Aussteiger getestet.
Mittlerweile hat jemand ein Video des Beitrags auf Youtube veröffentlicht.
Lightbox
Sat1-Artikel zur Sendung vom 16.02.2010 "Der Telefon-Coach greift ein: Wie Sie Gewinnspiel-Abzocker abschmettern"
Myspace
Del.icio.us




ich habe die Sendung in Akte gesehen, in der hauptsächlich ältere Personen angerufen wurden. Auch wir haben im letzten Jahr einige solcher Anrufe erhalten, obwohl wir noch unter 60 sind. Wenn man die Kontodaten nicht herausgibt, werden die Anrufer auch noch frech: "Das müssen Sie aber!" Ich kann mir gut vorstellen, daß ältere Personen, die den Umgang mit diesen modernen Abzock-Methoden nicht gewohnt sind, sich dann auch einschüchtern lassen.
Ich finde es gut, wenn gegen diese Machenschaften vorgegangen wird. Ebenso gegen gewisse Marktführer, die kostenlose Referenzwebseiten verkaufen. Bei mir war es damals leider ein anderer ADM.
Viele Grüsse
IB
Viele Grüsse
I. Biermann