22.
Apr
2009

Auskunftsersuchen und T-Mobile-Reaktionen

Hits smaller text tool iconmedium text tool iconlarger text tool icon
Von dem Rosa Riesen und seiner hässlichen Tochter ist man ja allerlei gewohnt: Desorganisiert, planlos, gern auch mal selbst spammend.
Schön aber die Reaktion auf ein Auskunftsersuchen meiner Kanzlei nach dem Unterlassungsklagengesetz nach dem Inhaber einer Rufnummer. Dieser sollte wegen mutmaßlicher Verantwortlichkeit im Zusammenhang mit Spam an meine Mandantin ermittelt werden. Die erste Mail der T-Mobilisten kam am 20.04.2009:
"Sehr geehrter Herr Richter,

Sie stellen ein Auskunftsersuchen zur Rufnummer 0160 (...) an uns.
Gerne kommen wir unserer gesetzlichen Pflicht- auch unter Berücksichtigung der jüngsten BGH-Entscheidung - nach.
Ihre Mandantin Frau A(...) S(...) ist kein Vertragspartner von T-Mobile. Bitte wenden Sie sich von daher an den Netzbetreiber S(...).
Für weitere Fragen sind wir gerne unter der Rufnummer 0228 (...) für Sie da.

Mit freundlichen Grüßen
Ihr T-Mobile Kundenservice
Chr(...) D(...)"
Nun ja, so weit so gut, dachte ich mir. Statt früherer regelmäßig fehlender oder ablehnender Formschreiben, für die sich die T-Mobilisten ebenso regelmäßig Watschen vom Amtsgericht Bonn einfingen und die lustigerweise immer mit Datenschutzerwägungen begründet wurden. Die Sachbearbeitung in Spamfällen hatte sich ärgerlicherweise jedesmal erheblich verzögert, wenn der Inhaber eine T-Mobile-Rufnummer ermittelt werden musste. Nun kommt in letzter Zeit immerhin halbwegs zuverlässig eine Reaktion aus Bonn. Bundesgerichtshof und Amtsgericht Bonn sei dank. Dass die Frau A(...) S(...) meine Mandantin und natürlich nicht Vertragspartner von T-Mobile betreffend die angefragte Rufnummer ist - geschenkt. Der Satz hängt vermutlich damit zusammen, dass die Inhaberanfragen immer irgendwo beim Netzbetreiber aktenmäßig erfasst werden müssen. Dies geschieht dann bei dem Vertragspartner, nach dessen Identität beim Auskunftsersuchen gefragt wird. An die aus diesem System resultierenden Stilblüten gewöhnt man sich, wenn man mit den Telekomikern zu tun hat. Macht es sich nun also doch bemerkbar, dass offensichtlich umstrukturiert wurde und die Beantwortung derartiger Anfragen nicht mehr regelmäßig von irgendwelchen Regionalbuden in der Pampa vorgenommen wird?
Nun, ich wollte also mich dann mal an den Netzbetreiber S(...) wenden.
Doch heute kam noch diese Mail bezogen auf dieselbe Anfrage und von derselben Person bei T-Mobile:
"Sehr geehrter Herr Richter,

dem Auskunftsersuchen nach UKLaG für die Rufnummer 0160 (...) können wir leider nicht nachkommen, da hier kein Vertragspartner der T-Mobile.
Für weitere Fragen sind wir unter der Rufnummer 0228 (...) gerne für Sie da.

Mit freundlichen Grüßen
Ihr T-Mobile Kundenservice
Chr(...) D(...)"
Man merkt: Es ist noch nicht aller Spass vorbei und auch im Wahnsinn haben die Bonner Recken richtig Methode.
Diesen Artikel auf Ihrer Seite zitieren

Um einen Zitat-Link dieses Artikels zu erzeugen,
bitte nachfolgenden Text in Ihre Seite kopieren.




Preview :


Powered by QuoteThis © 2008

Verwandte Artikel:

Kommentar hinzufügen

Ihr Name:
Kommentar:
  Sicherheitscode zur Prüfung. Nur Kleinschreibung. Keine Leerzeichen.
Sicherheitscode-Prüfung:
  • 0
  • 1
prev
next

Stadt Heidenheim: Ist da überhaupt noch wer?

In Heidenheim hat man offenbar gemeinhin viel Spass bei der Arbeit. Mehr ...

Mittwoch, 2. Juni 2010

Lobbyismus: Auf ein Wort, Herr Pharmareferent ...

Ein großartiges Stück Realsatire lieferte kürzlich Ex-Titanic-Chef und heute-Show-Autor Martin Sonneborn in der ZDF-Sendung heute-Show, auf die der Kollege Markus Kompa in seinem lesenswerten Blog hinweist. Mehr ...

Freitag, 21. Mai 2010

Wikileaks: Video mit mutmaßlichem Kriegsverbrechen geleakt

Es ist ein Dokument eines unfassbaren Vorgangs. Sollte sich das Video als echt erweisen, dürfte es ein politisches Erdbeben auslösen. Das Massaker von My Lai während des Vietnamkrieges, die Foltervorfälle im Gefängnis von Abu Ghraib, die nie aufgefundenen Massenvernichtungswaffen im Irak  - erneut steht die US-Armee vor einem moralischen Scherbenhaufen.... Mehr ...

Montag, 5. April 2010

Absurditäten in einer (noch immer) geteilten Stadt

Die Lage des Haupteinganges des früheren Arbeitsplatzes kann für die Höhe des Arbeitslosengeldes relevant sein, so das Berliner Sozialgericht in einem Urteil, das wohl in die deutsche Rechtsgeschichte eingehen wird. Mehr ...

Donnerstag, 25. März 2010

Ermittlungen nach Gewinnspielbetrug: Deutschlands gerissenste Ermittler treten gegen das Gewinnspielkartell an

Falls noch jemand glaubt, die Gewinnspielmafia sei unbehelligt von Polizei und Staatsanwaltschaft, darf sich eines Besseren belehren lassen. Deutschlands intellektuelle Glanzlichter sind den Gaunern dicht auf den Fersen, wie man jetzt beim gemeinnützigen Verbraucherschutzverein Antispam e. V. weiß.... Mehr ...

Dienstag, 9. Februar 2010

Georg Schramm zur Causa Brender: Alles was dazu mal gesagt werden musste

Georg Schramm, Deutschlands wohl derzeit bester aktiver Kabarettist, servierte neulich wieder mal was ganz besonders Schwerverdauliches zum 25-jährigen 3Sat-Jubiläum zum Thema Brender. Einigen Gästen blieb ganz offensichtlich so manches Lachen im Halse stecken. Mehr ...

Donnerstag, 3. Dezember 2009

Du heilige Einfalt! - OStAin zu Abofallen

Manchen Juristen sagt man ja manchmal etwas Lebensferne nach. Mal mit mehr, mal mit weniger Berechtigung. Den Vogel wurde aber in einem Interview von Oberstaatsanwältin Hildegard Becker-Toussaint mit dem ct-Magazin auf ct-tv Ende 2007 abgeschossen. Mehr ...

Dienstag, 1. Dezember 2009

DIREKTexpress Holding AG: Spam und Doppelmoral

Das Ulmer Logistikunternehmen DIREKTexpress Holding AG hatte dieser Tage besondere Unterhaltung zu bieten. Mehr ...

Sonntag, 24. Mai 2009

Auskunftsersuchen und T-Mobile-Reaktionen

Von dem Rosa Riesen und seiner hässlichen Tochter ist man ja allerlei gewohnt: Desorganisiert, planlos, gern auch mal selbst spammend. Mehr ...

Mittwoch, 22. April 2009

Lidl: Ein offenes Ohr für alle und alles

... Mehr ...

Dienstag, 7. April 2009

Lastschriften: Wo Ihre Bank besonders genau hinschaut

Ein Rechtsanwaltskollege aus Karlsruhe berichtete mir kürzlich Erstaunliches darüber, wie außerordentlich sorgfältig seine Hausbank im Umgang mit Lastschriften agierte. Mehr ...

Montag, 23. Februar 2009

Rabiat-Inkasso

Zu drastischen Inkasso-Methoden griff nach einer Meldung der Berliner Morgenpost vom 25.09.2008 ein Zahnarzt aus Neu-Ulm. Mehr ...

Donnerstag, 25. September 2008

Telefonmarketing konsequent - besser gleich zum Profi!

In den Grazer Haftanstalten Karlau und Jakomini arbeiten verurteilte Betrüger und Hochstapler mit Unterstützung des österreichischen Justizministeriums als Callcenteragenten und perfektionieren unter den Augen des Staates genau die Fähigkeiten, deretwegen sie einsitzen. Mehr ...

Mittwoch, 26. März 2008

Abgründe aus der Welt eines Verbraucherforums

Der Verein Antispam e. V. veröffentlichte kürzlich - anonymisiert - eine Auswahl der kuriosesten Anfragen, die über das Kontaktformular von www.antispam.de eingingen. Heraus kam eine Art grausiges "Best of Ticketsystem". Mehr ...

Dienstag, 25. März 2008